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Von Nashville aus wenden wir uns jetzt nach Süden und setzen den Weg in Richtung Chattanooga fort. Achtung Whisky-Fans, auf diesen Abschnitt habt ihr gewartet… wer sich auf der Hälfte der Strecke von der Interstate 24 verabschiedet, der kann gleich zwei legendäre Brennereien besuchen, die nur wenige Meilen auseinander liegen. George Dickel in Cascade Hollow und Jack Daniel’s in Lynchburg.
Die von Kennern hochgelobte, in der breiten Öffentlichkeit aber weniger bekannte George A. Dickel Distillery hat eine wechselvolle Vergangenheit hinter sich, gegründet 1870 übernahm George Dickel 1884 den Hauptanteil an der Brennerei. 1910 wurde das Unternehmen durch die Prohibition in Tennessee gezwungen ihren Sitz nach Kentucky zu verlegen und kehrte erst 1958 nach Cascade Hollow zurück. In den 90er Jahren überstieg die Produktion die verfügbaren Rohstoffe - in der Folge wurde die Brennerei geschlossen und öffnete erst 2003 wieder ihre Pforten. Die George Dickel Distillery besteht übrigens auf der schottischen Schreibweise Whisky für ihre Produkte. Verantwortlich dafür ist der Namensgeber, der damit seiner Überzeugung Ausdruck verleihen wollte, dass seine Produkte qualitativ den besten Scotch Whiskies in nichts nachstehen.
Weltbekannt dagegen ist die 1866 gegründete Jack Daniel’s Distillery in Lynchburg. Da man über Jack Daniel’s nichts mehr sagen muss (kennt irgendein Leser diesen Whiskey nicht?) konzentrieren wir uns auf die Herstellung von Tennessee Whiskey. Die Besonderheit liegt darin, dass der Whiskey vor der Fasslagerung über Holzkohle gefiltert wird, was ihn besonders mild macht. Das Verfahren wird charcoal mellowing (oder korrekt Lincoln County Process) genannt. Die Holzkohle für den Filterprozess wird aus Zuckerahorn hergestellt. Während in der Jack Daniel’s Distillery der Whiskey direkt auf die Holzkohle tropft, verwendet man bei George Dickels Wolldecken, damit sich der Whisky gleichmäßiger über die Holzkohle verteilt. Kuriosum am Rande - beide Brennereien liegen in Moor County, dem einzigen Dry County von Tennessee. Mit anderen Worten, während die Produktion legal ist, darf das Produkt in der Entstehungsregion nicht verkauft werden. Allerdings haben beide Brennereien eine Ausnahmegenehmigung für den Verkauf ihrer Produkte als Andenken an die Touristen - aber nicht an Sonntagen…
Nach dem Abstecher in die Whisk(e)y-Hochburgen geht es weiter nach Chattanooga und damit erreichen wir den Osten von Tennessee. Durch die Lage in einer Schleife des Tennessee Rivers und eingerahmt vom Appalachen Gebirge bieten sich großartige Landschafteindrücke.
Besonders empfehlenswert ist ein Ausflug auf den "hauseigenen" Lookout Mountain mit der steilsten Standseilbahn der Welt, die seit über 100 Jahren Touristen dabei hilft den Atem nicht schon beim Aufstieg zu verlieren. In der Stadt selbst lohnt sich ein Besuch im größten Süßwasseraquarium der Welt, mehr als 9.000 Fische, Vögel, Säugetiere und Reptilien sorgen im Tennessee Aquarium für Begeisterung. Wer bereit ist ein "wenig" mehr Geld für eine Übernachtung auszugeben, der sollte sich in das Holiday Inn Chattanooga-Choo Choo einbuchen. Für rund 120 bis 190 Dollar pro Nacht kann man in dem zum Luxushotel umgebauten alten Bahnhof das Glen Miller Swing-Feeling erleben. Inklusive der Übernachtung in einem Eisenbahnwaggon und des stilvollen Dinners im liebevoll restaurierten Speisewagen.
Als letzten Abschnitt der Tennessee-Tour erreichen wir den landschaftlich schönsten Bereich, die Smoky Moutains. Wer ein paar Monate Zeit mitbringt, der kann den 3.000 KM langen Appalachian Trail komplett wandern, alle anderen sollten zumindest ein paar Kilometer im Nationalpark Great Smoky Mountains zurücklegen - egal, ob auf zu Fuß, auf dem Mountain Bike oder auf einer Kanu-Tour. Wem nichts Amerikanisches fremd ist, der kann einen Besuch in Pigeon Forge wagen - die Kleinstadt ist im Grunde ein einziger Freizeitpark und bietet neben zahllosen Shoppingmöglichkeiten in über 200 Outlets den Themenpark "Dollywood" und rund 100 Restaurants - genug, um immerhin rund 11 Millionen Besucher pro Jahr anzuziehen.
Am Fuß der Smoky Mountains erwartet Knoxville die Besucher, die Universitäts- und Wissenschaftsstadt hat in kultureller Hinsicht mit Galerien und Museen viel zu bieten und das Nachtleben im Stadtteil The Old City und am Market Square wird von Jazz, Bluegrass und Country Music geprägt. Sportfans finden in Knoxville eine Hochburg des amerikanischen Collegesports. Wenn die Tennessee Volunteers, von Fans liebevoll "The Vols" genannt, im zweitgrößten Stadion der USA antreten, dann ist die gesamte Stadt in die Farben des Teams getaucht und mehr als 80.000 Fans strömen in die Stadt.
Kommen wir am Ende noch mal auf das Thema Deep South zurück, denn ein bemerkenswertes Fundstück möchten wir nicht vorenthalten, die Hillbilly-Version der 10 Gebote, so angebracht an der Cross Trails Church in Gainesboro, Tennessee:
(1) Just one God.
(2) Honor yer Ma &Pa.
(3) No tellin' tales or gossipin'.
(4) Git yourself to Sunday meetin'
(5) Put nothin' before God.
(6) No foolin' around with another fellow's gal.
(7) No killin.'
(8) Watch yer mouth.
(9) Don't take what ain't yers.
(10) Don't be hankerin' for yer buddy's stuff
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